Auftragsfertigung für Händler, Schneiderhäuser und Marken

Kleidung produzieren lassen: Sakko, Anzug und Mantel

Wer Kleidung produzieren lassen will, sucht einen Betrieb, der ein fertiges Teil liefert und nicht nur eine Naht. Im Fachdeutsch heißt das Lohnkonfektion: Sie bestimmen das Produkt, wir fertigen es. Centi Sartoria ist ein Konfektionsbetrieb in Shanghai mit rund 200 hauseigenen Schneiderinnen und Schneidern, spezialisiert auf Sakkos, Anzüge, Westen, Mäntel und Hemden aus europäischen Tuchen. Die Mindestmenge ist ein Teil. Wir produzieren ausschließlich im Auftrag von Händlern, Schneiderhäusern und Marken und verkaufen nicht an Endkunden. Ihr Etikett, Ihr Kunde, Ihre Kollektion.

Was Lohnkonfektion bedeutet, und was nicht

Lohnkonfektion beschreibt einen Werkvertrag über Fertigung, nicht den Kauf eines fertigen Produkts. Der Auftraggeber legt fest, was entstehen soll, der Konfektionär näht es und liefert unter dem Namen des Auftraggebers aus. In deutschen Ausschreibungen taucht der Begriff am häufigsten in der Arbeitskleidung und der technischen Konfektion auf. In der Oberbekleidung gilt dasselbe Prinzip, nur mit anderen Anforderungen an Schnitt und Verarbeitung.

Die benachbarten Begriffe meinen im Alltag oft dasselbe und trennen sich erst im Detail. Lohnfertigung ist der industrielle Oberbegriff und gilt für jedes Gewerk. Lohnnäherei betont die reine Näharbeit. Auftragsfertigung ist die neutrale kaufmännische Variante. Bekleidungsproduktion ist das breiteste Wort und schließt Entwicklung, Musterbau, Einkauf, Fertigung, Kontrolle und Verpackung mit ein.

Für die Auswahl eines Partners ist die Wortwahl zweitrangig. Entscheidend sind drei Fragen: Wer entwickelt den Schnitt, wer beschafft und bezahlt den Stoff, und wem gehört am Ende der Endkunde. Wer diese drei Punkte vor dem ersten Auftrag schriftlich klärt, braucht die Begriffsdebatte nicht zu führen.

Die Begriffe, die im Angebot stehen

Beistellung
Der Auftraggeber liefert Material an den Betrieb, meist Oberstoff, gelegentlich auch Futter, Knöpfe oder Etiketten. Beigestellte Ware bleibt Ihr Eigentum und Ihr Risiko. Rechnen Sie die Menge aus dem Schnitt und nicht aus einer Tabelle, denn zehn fehlende Zentimeter sind nach dem Zuschnitt nicht mehr zu heilen.
Losgröße
Die Stückzahl, die in einem Durchlauf gefertigt wird. In der Serienkonfektion ist sie dreistellig, weil Zuschnittlage und Rüstzeit sich sonst nicht rechnen. Losgröße 1 ist deshalb kein Rabattversprechen, sondern eine Aussage darüber, wie ein Betrieb gebaut ist.
Erstmuster
Das erste Teil nach neuem Schnitt, gefertigt zur Freigabe und nicht zum Verkauf. Es klärt Passform, Verarbeitung und Optik, bevor Stoff in Serie geschnitten wird. Wer das Erstmuster überspringt, spart zwei Wochen und riskiert eine ganze Partie.
Techpack
Die technische Mappe zum Modell: Maßtabelle, Materialliste, Nahtbilder, Etikettenplatzierung, Verpackung. Je vollständiger sie ist, desto weniger wird im Betrieb interpretiert. Wenn Sie keine haben, erstellen wir sie und legen sie Ihnen zur Freigabe vor.
Gradierung
Das Ableiten aller Größen aus einem Grundschnitt. Sie entscheidet, ob Ihre 48 und Ihre 58 dieselbe Silhouette haben. Bei Fertigung nach Einzelmaß wird stattdessen je Person aus dem Grundschnitt abgeleitet: derselbe Apparat, nur häufiger angewendet.
Warenursprung
Das Land, in dem die letzte wesentliche Be- oder Verarbeitung stattgefunden hat. Bei Bekleidung ist das die Konfektion, nicht die Weberei. Ein italienisches Tuch macht aus einem in Shanghai konfektionierten Sakko kein europäisches Erzeugnis, und kein seriöser Lieferant wird Ihnen etwas anderes anbieten.

Lohnkonfektion, Full-Package und Private Label im Vergleich

Drei Modelle, die im Gespräch regelmäßig vermischt werden. Der Unterschied liegt darin, wer die Entwicklungsarbeit leistet und wer das Materialrisiko trägt.

  Lohnkonfektion (CMT)Full-PackagePrivate Label
Schnitt und Entwicklung Sie liefern den fertigen Schnitt als Papierschnitt, CAD-Datei oder Vorlageteil. Der Betrieb setzt ihn um und ändert ihn nicht eigenmächtig.Der Betrieb konstruiert und gradiert nach Skizze oder Techpack und legt ein Erstmuster zur Freigabe vor.Der Schnitt liegt bereits vor. Sie wählen aus einem bestehenden Programm und passen Details an.
Stoff und Zutaten Beistellung durch Sie. Menge, Qualität und Liefertermin liegen in Ihrer Verantwortung.Der Betrieb kauft ein, auf Ihre Artikelnummer oder auf Ihre Vorgabe zu Griff, Gewicht und Zusammensetzung.Aus dem Stoffprogramm des Betriebs, in der Regel ohne freie Artikelwahl.
Materialrisiko Bei Ihnen. Zu knapp beigestellter Stoff ist nach dem Zuschnitt nicht mehr zu ersetzen.Beim Betrieb, sobald die Referenz freigegeben ist.Beim Betrieb.
Übliche Mindestmenge im Markt In der Serienfertigung meist dreistellig je Modell, Farbe und Größenlauf.Meist zwei- bis dreistellig je Modell.Unterschiedlich, gebunden an die Einkaufsmenge des Betriebs.
Etikett und Endkunde Ihres. Der Betrieb erscheint nicht am Teil.Ihres, sofern es im Vertrag steht.Ihres, das Produkt selbst ist aber selten exklusiv.
Wofür es sich eignet Marken mit eigener Schnittabteilung und eigener Stoffbeschaffung.Händler und Marken ohne eigene Entwicklung, die trotzdem ein eigenes Produkt wollen.Schneller Sortimentsaufbau, wenn das Produkt nicht das Differenzierungsmerkmal ist.

Wir arbeiten in allen drei Modellen. Der Unterschied zu einem klassischen Serienbetrieb liegt nicht im Modell, sondern in der Menge. Unsere Fertigung ist auf das einzelne Teil ausgelegt, weil unser Kerngeschäft die Maßkonfektion im Kundenauftrag ist und dort ohnehin jedes Teil ein eigenes Los bildet.

Bekleidungsproduktion ab einem Teil

Warum eine Mindestmenge von einem Stück in dieser Branche unüblich ist, und warum sie bei uns funktioniert.

Die Mindestbestellmenge in der Bekleidungsproduktion ist keine Preisentscheidung, sondern eine Folge der Bauweise. In einem Serienbetrieb wird der Stoff in einer Lage aus vielen Bahnen ausgelegt und in einem Zug geschnitten. Rüsten, Auslegen und Einrichten kosten unabhängig von der Stückzahl gleich viel Zeit. Bei fünfhundert Teilen verteilt sich dieser Aufwand, bei einem Teil nicht. Deshalb hört ein Gründer fast überall dreistellige Zahlen, und deshalb sind sie in ihrem Zusammenhang auch berechtigt.

Unser Betrieb ist anders gebaut. Das Kerngeschäft ist die Fertigung nach Einzelmaß, und dort ist jedes Kleidungsstück ohnehin ein Los für sich: ein Schnitt, eine Lage, ein Zuschnitt, ein Tisch. Ein Auftrag über ein Sakko läuft durch dieselben Stationen wie ein Auftrag über zweihundert, nur eben einmal. Ein Teil ist bei uns eine normale Bestellung und keine Ausnahme, für die man um Erlaubnis fragen muss.

Praktisch heißt das dreierlei. Sie können ein Erstmuster fertigen lassen, es Ihrem Kunden oder Ihrem Team vorlegen und erst danach entscheiden, ob eine Serie folgt. Sie können ein einzelnes Teil nachbestellen, wenn ein Kunde eine Größe braucht, die Ihnen fehlt. Und Sie können ein Sortiment in kleinen Schritten aufbauen, statt Kapital in einem Größenlauf zu binden, den Sie noch nicht verkauft haben.

Eine Einschränkung nennen wir vorab, weil sie regelmäßig übersehen wird: Die Mindestmenge des Betriebs und die Mindestschnittmenge der Weberei sind zwei verschiedene Dinge. Auf Tuchen, die wir führen, ist ein Teil möglich. Bei einem Artikel, den die Weberei nur ab einem ganzen Stück schneidet, ist nicht unsere Mindestmenge das Hindernis, sondern ihre. Das sagen wir vor der Auftragsannahme, nicht danach.

Woher der Stoff kommt

Wir unterhalten Konten bei 26 europäischen Webereien und arbeiten aus über tausend Artikeln. Sie können Kollektion und Artikelnummer nennen, und wir bestätigen Verfügbarkeit, Schnittmenge und Termin. Das ist der Weg, den wir empfehlen, sobald Ihr Kunde ein bestimmtes Tuch erwartet oder Ihre Kollektion an eine Qualität gebunden ist.

Daneben führen wir eine eigene Serie aus australischer Merinowolle. Sie ist als Grundprogramm gedacht: verlässlich am Lager, in Gewichten, die ganzjährig tragbar sind, und ohne Wartezeit auf einen Zuschnitt in Italien oder England. Für ein Erstmuster oder eine erste Kapselkollektion ist das meist der schnellere Weg.

Beistellung ist ebenfalls möglich. Sie senden Ihren Stoff, wir schneiden und fertigen. Zwei Punkte klären wir dabei immer schriftlich vorab: die benötigte Schnittlänge, berechnet aus dem Schnitt für die konkrete Person oder Größe, und die Regelung für den Fall, dass ein Teil misslingt. Beigestellter Stoff ist nach dem Zuschnitt nicht ersetzbar, und genau darüber sollte man sich vorher einig sein.

Stoffbeschaffung und Transport rechnen wir getrennt vom Produktionsfenster. Ein Tuch, das wir am Lager haben, startet am ersten Tag. Ein Tuch, das die Weberei erst schneidet, startet mit dem Wareneingang. Wer beides in eine einzige Zahl faltet, nennt einen Termin, den er nicht halten kann.

Wie sich die Lieferzeit zusammensetzt

14 bis 20 Werktage Produktion, gerechnet ab Produktionsstart auf Stoff, der im Haus liegt. Beschaffung und Versand kommen getrennt hinzu.

SchrittWerktageWas passiert
Schnitt 1 bis 2 Maße oder Größenlauf werden in den Schnitt für dieses Modell übertragen. Haltungsmerkmale fließen hier ein, statt später korrigiert zu werden: abfallende Schulter, vorgeneigte Haltung, ein längerer Arm.
Stoff 1 bis 3 Der Artikel wird reserviert und ausgelegt. Lagerware startet am selben Tag. Ware, die erst bei der Weberei geschnitten wird, startet mit dem Wareneingang und ist der häufigste Grund für einen verschobenen Termin.
Fertigung 8 bis 11 Einlage gesetzt, Brust aufgebaut, Ärmel eingesetzt, Kragen gefilzt, Knopflöcher gearbeitet. Vollkanvas braucht länger als Halbkanvas, und das länger als verklebt.
Finish 2 bis 3 Zwischenbügeln, Endbügeln, Handfinish, Ihr Etikett eingenäht, Ihre Verpackung, sofern Sie sie stellen.
Kontrolle 1 Vor dem Einpacken gegen den Auftragsbogen gemessen. Ein Teil außerhalb der Toleranz geht zurück an den Tisch und nicht in den Karton.
Gesamt, Stoff am Lager 14 bis 20 Werktage, ab Werk

Zwei Dinge verschieben diese Zahl, und keines davon ist eine Frage des Einsatzes. Das erste ist der Stoff: geführte Ware startet sofort, bestellte Ware startet mit dem Wareneingang. Das zweite ist die Konstruktion, denn eine gebaute Brust kostet Tischstunden, die sich nicht komprimieren lassen. Der Versand kommt auf all das obendrauf und hängt vom gewählten Service ab. Wenn ein Termin nicht zu halten ist, sagen wir das vor der Auftragsannahme.

Wem der Kunde gehört und wessen Etikett eingenäht wird

Wir produzieren für Händler, Schneiderhäuser und Marken und verkaufen nicht an Endkunden. Das ist keine Höflichkeitsformel, sondern die Geschäftsgrundlage. Ein Lieferant, der parallel in Ihren Markt verkauft, ist ein Wettbewerber mit Einblick in Ihre Kalkulation und in Ihre Kundenliste.

In das Teil kommt Ihr Etikett. Stellen Sie Größen-, Pflege- und Zusammensetzungsetiketten selbst, nähen wir Ihre ein. Wenn nicht, fertigen wir sie nach Ihrer Vorlage an und legen sie zur Freigabe vor. Verpackung, Hängeetiketten und Kleidersäcke laufen genauso. Unser Name erscheint weder am Produkt noch in Ihrer Kommunikation.

Ihre Schnitte gehören Ihnen. Grundschnitte und Kundenschnitte liegen unter Ihrem Konto und sind abrufbar. Ein Lieferantenwechsel soll an der Leistung scheitern können und nicht daran, dass Ihre Entwicklungsarbeit bei uns festhängt.

Referenzen nennen wir nicht ungefragt. Auf dieser Website steht keine Kundenliste, und wir nennen keine Marke, für die wir fertigen, ohne deren ausdrückliche Zustimmung. Sie dürfen davon ausgehen, dass wir mit Ihrem Namen genauso umgehen.

Was Sie von einem Bekleidungshersteller verlangen sollten

Ein Bekleidungshersteller ist der Betrieb, der Ihr Teil tatsächlich zuschneidet und näht. Zwischen Ihnen und diesem Betrieb sitzen im Markt oft noch Agenturen, Handelshäuser und Vermittler, die jeweils an der Marge mitverdienen und im Fehlerfall auf den jeweils anderen zeigen. Fragen Sie deshalb zuerst, ob Ihr Gegenüber selbst produziert oder weitervergibt, und lassen Sie sich die Antwort in den Auftrag schreiben.

Wer nach einem deutschen Hersteller sucht, sucht etwas anderes als wir anbieten. Wir fertigen in Shanghai. Wenn ein Etikett Made in Germany oder Made in Italy tragen muss, weil Ihr Markt das verlangt, sind wir der falsche Partner, und Sie sparen Zeit, wenn Sie das jetzt lesen und nicht nach dem dritten Telefonat.

Vergleichen Sie Anbieter an vier Punkten, die alle vor dem ersten Auftrag beantwortbar sind: die kleinste Menge, die tatsächlich angenommen wird, die Bauweise, die der Betrieb beherrscht, also verklebt, Halbkanvas oder Vollkanvas, die Frage, ob ein Erstmuster gefertigt wird, bevor Stoff in Serie geschnitten wird, und die schriftliche Regelung für Fehlschnitt, Nacharbeit und die Fracht dafür. Verlangen Sie diese vier Antworten von uns genauso wie von jedem anderen Anbieter, den Sie danebenlegen.

Wenn ein Teil nicht passt

Jeder Betrieb produziert gelegentlich ein Teil, das danebengeht. Der Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem schlechten Lieferanten entscheidet sich in den zwei Wochen danach.

Unsere Regelung ist kurz: Liegt der Fehler bei uns, fertigen wir neu, auf unsere Rechnung. Das gilt für Verarbeitungsfehler ebenso wie für Abweichungen vom freigegebenen Auftragsbogen. Bei einer Passformkorrektur nach der Anprobe geht die Korrektur zusätzlich in die Akte dieses Kunden zurück, damit das nächste Teil von einem bereits korrigierten Schnitt ausgeht und nicht wieder bei null beginnt.

Was wir dafür brauchen, sind Fotos am getragenen Teil und der Verweis auf die betroffene Position im Auftragsbogen. Eine Reklamation gegen ein Gefühl lässt sich nicht bearbeiten, eine Reklamation gegen eine Maßangabe schon. Holen Sie sich diese Regelung von jedem Lieferanten schriftlich vor dem ersten Auftrag und nicht nach dem ersten Problem.

Warenursprung: Tuch, Fertigung und Etikett getrennt betrachtet

Wir konfektionieren in unserem Atelier in Shanghai. Der Warenursprung des fertigen Teils ist damit China, weil die Konfektion die letzte wesentliche Be- oder Verarbeitung ist. Ein europäisches Tuch ändert daran nichts.

Der Stoff hat seine eigene Herkunft, und die dürfen Sie nennen: Tuche aus italienischen und britischen Webereien, australische Merinowolle in unserer Hausserie. Zwei Angaben nebeneinander sind zulässig und ehrlich. Eine Vermischung der beiden ist es nicht.

Deshalb steht auf keinem Teil, das unser Haus verlässt, eine europäische Herkunftsangabe, und wir raten jedem Auftraggeber davon ab, eine solche selbst zu ergänzen. Der kurzfristige Vorteil ist klein. Das Risiko gegenüber dem Handel und gegenüber Ihren eigenen Kunden ist es nicht.

Zur Etikettierung: Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung verlangt die Faserzusammensetzung. Eine allgemeine Pflicht zur Ursprungsangabe für Textilien besteht in der EU derzeit nicht, eine unzutreffende Angabe ist dagegen angreifbar. Prüfen Sie Ihre Etiketten mit Ihrem eigenen Berater. Wir liefern die Angaben, die wir sicher wissen: wo das Tuch gewebt wurde und wo das Teil konfektioniert wurde.

Häufige Fragen zur Lohnkonfektion

Boutique eröffnen: wo kauft man die Ware ein?

Es gibt drei Wege, und sie schließen sich nicht aus. Erstens Großhandelsmessen und Showrooms, wo Sie Kollektionen fremder Marken ordern, meist eine Saison im Voraus und mit Mindestabnahmen pro Modell. Zweitens Agenturen und Online-Großhandelsplattformen, schneller und teurer pro Stück. Drittens eigene Ware unter Ihrem Etikett fertigen lassen, was den Einkauf von der Saisonorder entkoppelt und Kapital freihält, weil Sie erst produzieren, wenn verkauft ist. Für Maßanzüge und Sakkos ist das der Weg, den wir bedienen, ab einem Teil. Die meisten Läden fahren am Anfang eine Mischung: fremde Marken für die Fläche, eigene Ware für die Marge und für das, was Sie sonst nirgends bekommen.

Wie viel Startkapital braucht eine Boutique für den Wareneinkauf?

Die Zahl hängt weniger an der Fläche als am Einkaufsmodell, und genau das ist der Punkt, an dem die meisten Rechnungen kippen. Eine Saisonorder bei fremden Marken bindet Kapital Monate bevor der erste Kunde da ist, und was nicht verkauft wird, wird reduziert. Fertigung auf Bestellung bindet dagegen fast nichts, kostet aber Lieferzeit und verlangt, dass Sie verkaufen können, bevor das Teil existiert. Rechnen Sie beide Wege für dieselbe Fläche durch, bevor Sie mieten, und rechnen Sie den Landed Cost, also Werkspreis plus Fracht, Zoll und Zahlungsgebühren, nicht den Stückpreis. Wir nennen keine Zahl für Ihren Fall, weil sie ohne Ihre Miete, Ihr Sortiment und Ihre Stadt nichts wert wäre.

Wo kann man Kleidung produzieren lassen?

Die üblichen Ziele sind Portugal, Polen, Rumänien, die Türkei, Italien, Deutschland und Asien. Die Wahl entscheidet sich selten am Stückpreis, sondern an drei Dingen: der kleinsten Menge, die ein Betrieb annimmt, der Bauweise, die er beherrscht, und der Frage, ob er ein Erstmuster fertigt, bevor Stoff in Serie geschnitten wird. Wir fertigen in Shanghai, ab einem Teil, aus europäischen Tuchen. Wenn Sie Made in Italy oder Made in Germany auf dem Etikett brauchen, sind wir der falsche Partner, und das sagen wir lieber vor dem ersten Angebot als danach.

Was kostet es, Kleidung produzieren zu lassen?

Die Zahl im Angebot ist nie die Zahl, die Sie am Ende zahlen. Auf den Warenwert kommen Fracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, und je nach Lieferbedingung trägt die eine oder die andere Seite davon einen Teil. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach der Incoterm-Klausel und nach der Zolltarifnummer, unter der die Ware angemeldet wird. Ein Angebot ohne diese beiden Angaben können Sie mit keinem zweiten Angebot vergleichen. Wir kalkulieren je Anfrage und legen offen, was in der Zahl enthalten ist und was nicht.

Wie finde ich einen passenden Bekleidungshersteller?

Lassen Sie ein einziges Teil fertigen, bevor Sie eine Serie beauftragen. Ein Erstmuster beantwortet in drei Wochen, was Referenzen und Werksfotos nicht beantworten: ob der Schnitt sitzt, ob die Brust eingearbeitet oder verklebt ist und ob der Betrieb auf Rückfragen antwortet. Klären Sie vorher schriftlich, wer den Schnitt entwickelt, wer den Stoff bezahlt, wem der Endkunde gehört und wie ein Fehlschnitt und die Fracht dafür geregelt sind. Verlangen Sie das von uns genauso wie von jedem anderen Anbieter, den Sie vergleichen. Wer es nicht aufschreiben will, hat Ihnen damit schon etwas gesagt.

Was ist Lohnkonfektion?

Lohnkonfektion ist die Fertigung von Bekleidung im Auftrag eines anderen Unternehmens. Der Auftraggeber gibt Modell, Schnitt und häufig auch das Material vor, der Konfektionär schneidet, näht und liefert unter dem Etikett des Auftraggebers. Verwandte Begriffe sind Lohnfertigung, Lohnnäherei und Auftragsfertigung.

Was ist der Unterschied zwischen Lohnkonfektion und Bekleidungsproduktion?

Lohnkonfektion bezeichnet den engeren Teil, das Zuschneiden und Nähen im Auftrag. Bekleidungsproduktion umfasst zusätzlich Schnittkonstruktion, Musterbau, Stoff- und Zutateneinkauf, Qualitätskontrolle und Verpackung. In der Praxis kaufen die meisten Marken heute Bekleidungsproduktion und sagen Lohnkonfektion dazu. Klären Sie im Angebot, welche dieser Schritte enthalten sind.

Ab welcher Stückzahl fertigen Sie?

Ab einem Teil. Das gilt für Sakkos, Anzüge, Westen, Mäntel und Hemden auf jedem Tuch, das wir führen. Eine Einschränkung gibt es: Wenn eine Weberei einen Artikel nur ab einem ganzen Stück schneidet, ist nicht unsere Mindestmenge das Hindernis, sondern ihre. Das sagen wir vor der Auftragsannahme.

Kann ich eigenen Stoff beistellen?

Ja, Beistellung ist übliche Praxis. Sie senden den Stoff, wir schneiden und fertigen. Wichtig sind zwei Punkte: Die Schnittlänge sollte aus dem Schnitt berechnet sein und nicht aus einer Tabelle, und die Regelung für einen Fehlschnitt gehört vor den ersten Auftrag, weil beigestellter Stoff nach dem Zuschnitt nicht ersetzbar ist.

Wie lange dauert die Produktion?

14 bis 20 Werktage ab Produktionsstart, gerechnet auf Stoff, der bei uns im Haus liegt. Muss ein Artikel erst bei der Weberei geschnitten werden, kommt die Beschaffungszeit davor. Der Versand kommt danach. Wir nennen diese drei Zeitfenster getrennt, statt sie zu einer bequemen Zahl zusammenzufassen.

Was kostet Lohnkonfektion?

Der Preis hängt an vier Dingen: Konstruktion, also verklebt, Halbkanvas oder Vollkanvas, dann Stoff, Ausstattungsdetails und Menge. Zwei Angebote mit derselben Zahl meinen deshalb selten dasselbe Teil. Wir kalkulieren je Anfrage und legen offen, was in der Zahl enthalten ist und was nicht. Nennen Sie uns Modell, gewünschte Konstruktion und Stoffvorstellung, dann bekommen Sie eine belastbare Kalkulation.

Fertigen Sie Erstmuster?

Ja, und wir empfehlen es bei jedem neuen Modell. Das Erstmuster klärt Passform, Verarbeitung und Optik, bevor Stoff in Serie geschnitten wird. Da unsere Mindestmenge ohnehin ein Teil beträgt, entsteht dafür kein Sonderlauf und kein organisatorischer Zusatzaufwand.

Wo wird produziert?

In unserem Atelier in Shanghai, mit rund 200 hauseigenen Schneiderinnen und Schneidern im Haus. Die Tuche stammen aus europäischen Webereien, unsere Hausserie aus australischer Merinowolle. Wir nennen beides immer getrennt: Das Teil entsteht in Shanghai, das Tuch in Europa. Eine andere Darstellung bekommen Sie von uns nicht.

Lassen Sie ein Teil fertigen, bevor Sie eine Serie bestellen

Schicken Sie uns Modell, gewünschte Konstruktion und eine Stoffvorstellung, oder einfach ein Vorlageteil. Wir bestätigen, was möglich ist, was es kostet und wann es fertig ist. Ein Teil ist eine normale Bestellung.